Können Gebete, die andere für einen Kranken sprechen, die Heilungschancen erhöhen? Dieser Frage sind Forscher des
Duke University Medical Center nachgegangen. In einer Studie, die diese Woche in
The Lancet erscheint, präsentieren sie ihre Ergebnisse.
Rund 700 Patienten aus der Kardiologischen Abteilung von insgesamt 9 Kliniken nahmen an der Studie teil. Die Hälfte wurde Gebetsgruppen zugeteilt, die - das war Bedingung - ausserhalb des Krankenhauses, weit entfernt von den Patienten, für diese beteten. Zu den Gebetsgruppen gehörten Christen, Juden, Muslime und Buddhisten.
Parallel zu den Gebetsgruppen erhielt die Hälfte der Patienten eine Therapie am Krankenbett, bei der sie unter anderem Musik hören konnten und von anderen Menschen berührt wurden. Im
Kölner Stadtanzeiger ist zu lesen:
Fazit: „Beten für Patienten, die andernorts behandelt werden, oder eine Therapie am Bett mit Musik und Berührung verbessert nicht messbar die klinischen Ergebnisse“, fassen die Autoren unter Leitung von Prof. Mitchell Krucoff von der Duke University in Durham (US-Staat North Carolina) zusammen.
Allerdings hat die Kontakt- und Musiktherapie laut
Medical News Today sehr wohl Auswirkungen:
However, patients receiving MIT therapy did have less emotional distress prior to their procedures and a slightly lower 6-month mortality when compared with those not receiving the therapy.
Auch wenn die vorgelegte Studie keine Fernwirkung von Gebeten feststellen kann, sollte man nicht jegliche Wirkung von Gebeten, etwa zur Stützung der Hoffnung und Lebenskraft eines Patienten, als Unfug abtun, schreibt auch
The Lancet im Editorial der neuen Ausgabe:
Do the results of the MANTRA II study rule out the use of noetic therapies in modern scientific medicine? Such a conclusion would be premature. The contribution that hope and belief make to a personal understanding of illness cannot be dismissed so lightly. They are proper subjects for science, even while transcending its known bounds.
So obskur dem einen oder anderen die Erforschung der Wirksamkeit von Gebeten vorkommen mag, ich finde es gut, dass sich Wissenschaftler ernsthaft mit
allen Phänomenen auseinanderzusetzen versuchen, die die ganzheitliche Therapie und Heilung von Patienten betreffen.