Das Bakterium
Escherichia coli, normalerweise eher für Lebensmittelvergiftungen und Durchfallerkrankungen (Reisediarrhoe) bekannt, macht derzeit in Großbritannien Schlagzeilen. Wissenschaftler der Health Protection Agency (HPA) haben Meldungen der Krankenhäuser über Blutvergiftungen im Zeitraum 1994 bis heute ausgewertet. Dabei sind sie möglicherweise einem neuen, gefählichen Stamm von stark antibiotikaresistenten E. coli auf die Spur gekommen.
Die Baterien, die ins Auge der Forscher gerückt sind, wurden 2001 erstmals entdeckt. Man bezeichnet sie als CTX-M-15, von dem es diverse Varianten gibt. Dieses Bakterium gehört zu den Kolibakterien, die Infektionen der Harnwege verursachen können. Möglicherweise gehen bis zu einem Viertel der Todesfälle, die untersucht wurden, auf das Konto dieses Erregers.
Das Bakterium scheint durch Nahrung in den Körper zu gelangen, bei den meisten Patienten befand sich das Bakterium im Verdauungstrakt. Dort verursacht es meist eher unbemerkte Infekte. Wer dann aus anderen Gründen Antiobiotika erhält, züchtet sich damit womöglich einen resistenten Stamm heran, während die normalen, gesunden E. coli im Körper von den Antiobiotika eliminiert wurden. Der resistente Erreger kann jetzt sein Werk tun...
In UK gibt es den Erreger nicht in Fleischprodukten, aber in spanischem Hühnerfleisch oder japanischem Rind wurde bereits CTX-M-15 gefunden. In Argentinien, Asien und Kontinentaleuropa scheint der Erreger laut
The Guardian mittlerweile weiter verbreitet zu sein. CTX-M-15 ist resistent gegen Standard-Antibiotika wie Penicillin und Cephalosporin. Bislang hat man nur wenige wirksame Gegenmittel gefunden.