Weihnachtsbäume werden zu Tamiflu
Gefunden in der taz:
Ein kanadischer Arzneimittelhersteller will aus weggeworfenen Weihnachtsbäumen das Grippemittel Oseltamivir herstellen. "Aus Bäumen, die nach Weihnachten normalerweise im Häcksler gelandet wären, wird ein Medikament gemacht, das die Menschen vor einer möglichen Massenerkrankung schützen soll, die Millionen Menschen töten könnte", erklärte die Firmengründerin von Biolyse Pharma, Brigitte Kiecken. Die Pharmafirma will aus Tannennadeln Shikimik-Säure gewinnen, die Hauptbestandteil des Grippemittels Oseltamivir beziehungsweise Tamiflu ist. Derzeit sei Shikimik nur in kleinen Mengen zu erhalten, sagte Kiecken. Im vergangenen Jahr sei der Kilopreis für den Rohstoff von 45 auf 600 Dollar hochgeschnellt. AFP
taz Nr. 7858 vom 30.12.2005, Seite 14, 26 Zeilen (Agentur)
Posted by Ishtar on Friday, December 30. 2005 at 07:27 in Aus aller Welt
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Wir glauben ihnen nicht das sie ins Koma fallen, machen sie doch mal vor...
In diesem Satz kann man die Versuche des Sozialgerichts Halle zusammenfassen, das dem Rentner Armin Schenk das aus dem Ausland eingeführte Schweineinsulin nicht mehr länger zahlen möchte.
Nach einem Urteil des Bundessozialgerichts vom 18. Mai 2004 müssen die Krankenkassen keine Kosten von in Deutschland nicht zugelassenen Medikamenten übernehmen. Zwar wurde dieses Urteil durch ein weiteres Urteil des Bundessozialgerichts vom 19. Oktober 2004 entschärft das die Übernahme in folgenden Punkten doch anordnet -
Die Kasse will die Kosten für das von Schenk verlangte Schweineinsulin nicht mehr übernehmen - und den renitenten Kläger "spätestens im Januar" in eine Klinik stecken.
Auch das Gericht meint, dort solle überprüft werden, ob Schenk vom Schweineinsulin auf gentechnisch hergestelltes Humaninsulin - oder auch eines seiner künstlichen Derivate (sogenannte Insulin-Analoga) - umzustellen sei. Daß Schenk dadurch in Lebensgefahr geraten könnte, glaubt die Richterin nicht.
...
Die ärztlichen Unterlagen, die für Schenk sprechen, findet das Gericht unter Berufung auf den Medizinischen Dienst der Krankenkasse (MDK) nicht ausreichend. Dabei hat Schenk nachweislich versucht, ohne Schweineinsulin auszukommen. Im Dezember 1996 und im Februar 1997, nachdem er einige Zeit Humaninsulin nahm, fiel er ins Koma. Nur die Intensivmedizin rettete ihn. Schenk: "In 35 Jahren mit Schweineinsulin hatte ich keine einzige lebensbedrohliche Komplikation. Mit Humaninsulin bin ich in nur zwei Monaten zweimal dem Tod nahe gekommen."
Artikel der 'Welt' von heute
Nach einem Urteil des Bundessozialgerichts vom 18. Mai 2004 müssen die Krankenkassen keine Kosten von in Deutschland nicht zugelassenen Medikamenten übernehmen. Zwar wurde dieses Urteil durch ein weiteres Urteil des Bundessozialgerichts vom 19. Oktober 2004 entschärft das die Übernahme in folgenden Punkten doch anordnet -
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Posted by Mela on Wednesday, December 28. 2005 at 08:03 in Gesundheitspolitik, Krankenkassen
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24 Millionen Amerikaner ohne Krankenversicherung
Nach Zahlen aus dem Jahr 2003 sind rund 24 Millionen US-Amerikaner (das entspricht etwa 1/10 der offiziellen Gesamtbevölkerungszahl) seit mindestens 2 Jahren ohne Krankenversicherung. Am stärksten betroffen sind Menschen zwischen 17 und 35, sowie Menschen aus sozial schwachen Gruppen, insbesondere hispanischer Abstammung. Die Latinos machen rund 1/3 der dauerhaft Nichtversicherten aus, bei einem Gesamtanteil an den Versicherten von 10 %. Im Gegenzug stellen zwar Amerikaner mit weißer Hautfarbe fast die Hälfte derjenigen, de dauerhaft ohne Krankenversicherung sind, sie haben an den Versicherten aber einen Anteil von rund 73 %.
Quelle und mehr Details:
The Long-Term Uninsured in America, 2002 to 2003: Estimates for the U.S. Population under Age 65, Statistical Brief #104 (PDF)
Quelle und mehr Details:
The Long-Term Uninsured in America, 2002 to 2003: Estimates for the U.S. Population under Age 65, Statistical Brief #104 (PDF)
Posted by Ishtar on Tuesday, December 27. 2005 at 07:55 in Aus aller Welt
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Blutspenden kann sich lohnen
Um zum Jahreswechsel einen Mangel an Blutkonserven zu vermeiden, will das Deutsche Rote Kreuz (DRK) bei vier Blutspendeaktionen in Berlin eine Wochenendreise nach Rom verlosen. Außerdem sollen dann alle Erstspender einen Gutschein für ein Frühstücksbüfett für zwei Personen in einem Berliner Ibis-Hotel erhalten, wie der DRK-Blutspendedienst Berlin und Brandenburg am Donnerstag mitteilte. Informationen zu den vier Terminen gibt es unter 0800 11 949 11 oder im Internet unter www.blutspende.de.
(via WELT Newsticker)
Posted by Ishtar on Friday, December 23. 2005 at 07:19 in Vermischtes
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Erste Tamiflu-Resistenzen
Aus Vietnam kommen Meldungen, dass dort bereits Patienten an einer H5N1-Infektion (vulgo: Vogelgrippe) gestorben sind, bei der die Erreger gegen Oseltamivir (Tamiflu) resistent waren. Auch von anderen Vogelgrippe-Erregern ist bekannt, daß sie Resistenzen gegen das Mittel entwickeln bzw. Mutationen sich durchsetzen, die auf das Medikament nicht mehr reagieren.
Besonders oft entwickeln sich solche Resistenzen nach Aussage von Forschern bei Kindern, die nicht viele natürliche Antikörper gegen 'ältere' Viruserkrankungen besitzen. Verfrühte und falsche Selbstmedikation mit Tamiflu kann die Gefahr der Entwicklung resistenter Viren noch beschleunigen, warnen die Wissenschaftler.
Bedenklich ist aber vor allem, daß sich weltweit alle Strategien gegen eine Vogelgrippe Pandemie ausschließlich auf Tamiflu stützen. Tamiflu "heilt" die Vogelgrippe nicht etwa, indem die Erreger davon abgetötet werden, es unterstützt nur das Immunsystem bei der Bekämpfung, indem es die Viren an der Fortpflanzung hindert. Wird dieser Mechanismus von den Viren ausgehebelt, ist das Medikament nutzlos.
Ausführlicher Artikel bei The Guardian (in Englisch)
Besonders oft entwickeln sich solche Resistenzen nach Aussage von Forschern bei Kindern, die nicht viele natürliche Antikörper gegen 'ältere' Viruserkrankungen besitzen. Verfrühte und falsche Selbstmedikation mit Tamiflu kann die Gefahr der Entwicklung resistenter Viren noch beschleunigen, warnen die Wissenschaftler.
Bedenklich ist aber vor allem, daß sich weltweit alle Strategien gegen eine Vogelgrippe Pandemie ausschließlich auf Tamiflu stützen. Tamiflu "heilt" die Vogelgrippe nicht etwa, indem die Erreger davon abgetötet werden, es unterstützt nur das Immunsystem bei der Bekämpfung, indem es die Viren an der Fortpflanzung hindert. Wird dieser Mechanismus von den Viren ausgehebelt, ist das Medikament nutzlos.
"This frightening report should inspire us to devise pandemic strategies that do not favor the development of oseltamivir-resistant strains." -- (Anne Moscona, M.D.,Weill Cornell Medical College in New York, zitiert nach medpagetoday.com)
Ausführlicher Artikel bei The Guardian (in Englisch)
Posted by Ishtar on Thursday, December 22. 2005 at 07:50 in Vermischtes
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Abschied vom Penicillin
Aus dem Ärzteblatt:
Bislang verabreichen bis zu 80 % der Ärzte bei Streptokokken-Angina Amoxicillin, und immer noch 10-20 Prozent Penicillin. Penicilling ist aber nicht nur wegen der steigenden Risstenz der Erreger kritisch, sondern weil es auch andere Bakterien im Körper schädigt, die quasi natürliche Gegner von Streptokokken sind. Darüber hianus muss Penicillin 10 Tage eingenommen werden. Moderne Cephalospirine (die teurer sind) müssen nur 5 Tage lang eingenommen werden, was zu weniger vorzeitigen Therapieabbrüchen führt. Durch die bessere Heilungsrate könnten Cephalosporine die Penicilline gut und kostenneutral (weniger Medikamente insgesamt, weniger sekundäre und Reinfektionen und weniger erneute Azrtbesuche) ersetzen.
Momentan sind jedoch Penicilline in den Behandlungsrichtlinien der WHO wie in Deutschland DAS Mittel der Wahl, obwohl die oben angesprochenen Probleme schon lange bekannt sind - so tauchten sie bereits im Detail in einer Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für pädiatrische Infektiologie aus dem Jahr 1988 auf.
Bei jedem vierten Kind (25 Prozent) mit Streptokokken-Angina versagen Penicilline. Fast jedes fünfte Kind (18 Prozent) bleibt nach einer Behandlung mit Amoxicillin symptomatisch. Angesichts dieser Zahlen fordern US-Experten die Abkehr von Penicillinen als Mittel der ersten Wahl.
Bislang verabreichen bis zu 80 % der Ärzte bei Streptokokken-Angina Amoxicillin, und immer noch 10-20 Prozent Penicillin. Penicilling ist aber nicht nur wegen der steigenden Risstenz der Erreger kritisch, sondern weil es auch andere Bakterien im Körper schädigt, die quasi natürliche Gegner von Streptokokken sind. Darüber hianus muss Penicillin 10 Tage eingenommen werden. Moderne Cephalospirine (die teurer sind) müssen nur 5 Tage lang eingenommen werden, was zu weniger vorzeitigen Therapieabbrüchen führt. Durch die bessere Heilungsrate könnten Cephalosporine die Penicilline gut und kostenneutral (weniger Medikamente insgesamt, weniger sekundäre und Reinfektionen und weniger erneute Azrtbesuche) ersetzen.
Momentan sind jedoch Penicilline in den Behandlungsrichtlinien der WHO wie in Deutschland DAS Mittel der Wahl, obwohl die oben angesprochenen Probleme schon lange bekannt sind - so tauchten sie bereits im Detail in einer Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für pädiatrische Infektiologie aus dem Jahr 1988 auf.
Posted by Ishtar on Tuesday, December 20. 2005 at 07:58 in Pharmaindustrie, Vermischtes
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Radiotipp: DLF - Sprechstunde: Borderline-Syndrom
Morgen, am Dienstag, dem 20. Dezember, bringt der Deutschlandfunk im Rahmen seiner Sendung "Journal am Vormittag" die
Sprechstunde: Borderline-Syndrom
10:10 Uhr bis 11:30 Uhr, Deutschlandfunk
Studiogast: Prof. Sabine Herpertz, Direktorin der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Universitätsklinikum Rostock
Moderation: Carsten Schroeder
Hörertel.: 00800 - 44 64 44 64
Hörerfax: 00800 - 44 64 44 65
Posted by Ishtar on Monday, December 19. 2005 at 07:46 in Alles nur im Kopf, Vermischtes
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Walnüsse für den Cholesterinspiegel
Ein Verzehr von 20 g Walnüssen täglich kann bereits positive Auswirkungen auf den Cholesterinspiegel haben. Walnüsse enthalten Alpha-Linolensäure (ALA), die zur Omega-3-Gruppe gehört. Die Fette in Walnüssen sorgen bei regelmäßgem Verzehr sowohl für eine Absenkung des Gesamtcholesterins wie für eine Erhöhung des "guten" HDL-Cholesterins.
(Quelle: The Guardian)
(Quelle: The Guardian)
Posted by Ishtar on Monday, December 19. 2005 at 07:42 in Vermischtes
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Defined tags for this entry: Ernährung, Kardiologie
Im Zweifel für den Patienten?
Krankenkassen müssen bei lebensbedrohlichen Krankheiten auch die Kosten für Behandlungsmethoden außerhalb der Schulmedizin übernehmen. Das gilt nach einem Beschluss des Bundesverfassungsgerichts dann, wenn damit eine "nicht ganz entfernt liegende Aussicht" auf Heilung oder Besserung besteht.
Voraussetzung für die Kostenübernahme sei jedoch, dass es keine anerkannten schulmedizinischen Behandlungsmethoden gebe und dass es sich um eine lebensbedrohlich oder tödlich verlaufende Erkrankung handle. -- (via tagesschau.de)
Leider werden von dieser Regelung nur eine abzählbare Zahl Patienten profitieren, die an so exotischen Autoimmun- oder ähnlichen Erkrankungen leiden, dass es für die Medizinindustrie nicht lukrativ genug ist, Therapieformen zu entwickeln. Krebspatienten etwa, denen die sogenannten anerkannten Therapieformen nicht helfen (oder die Lage verschlimmern) bleibt auch weiter nur, selbst zu zahlen oder sich in ihr Schicksal zu fügen. Dennoch ist es ein wesentlicher Schritt für die Patientenrechte.
Posted by Ishtar on Saturday, December 17. 2005 at 08:08 in Alternativ Heilen, Gesundheitspolitik, Krankenkassen
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Prägung auf Esstörungen beginnt im Kleinkindalter
Wissenschaftler der Florida State University haben festgestellt, dass Eltern in den USA schon frühzeitig gesellschaftliche Stereotype auf ihre Kinder projizieren:
Sowohl Mütter als auch Väter berichteten über ihre Töchter, sie äßen genug oder zu viel, über die Söhne dagegen, sie äßen nicht genug, um mal starke Jungs zu werden. Bei gleichem BMI wurden die Kinder je nach Geschlecht als zu dünn oder zu dick eingestuft. Mit steigendem BMI (18 % der Kinder in der Studie waren übergewichtig) stiegen auch die Auseinandersetzungen der Eltern mit ihren Töchtern über das Essen, nicht jedoch mit den Söhnen.
Die Wissenschaftler befürchten, daß hier frühzeitig aufgrund von verinnerlichten gesellschaftlichen Schönheitsidealen die Weichen für Eßstörungen und auch Fehlernährung von Mädchen gelegt werden könnten.
Little girls as young as three are being cautioned by their parents to watch their weight, according to researchers here. At the same time, three-year-old boys are being urged to eat hearty and become big guys.
Florida State University investigators have found that parents fret that their three-year-old sons aren't eating enough and that their three-year-old daughters are eating too much.
Although there was no difference in the body mass index measurements between the three-year-old boys and girls, mothers reported that their daughters ate enough food, but their sons did not (p<.01), the researchers reported in the December issue of International Journal of Eating Disorders. -- (via medpagetoday.com, free subscription required)
Sowohl Mütter als auch Väter berichteten über ihre Töchter, sie äßen genug oder zu viel, über die Söhne dagegen, sie äßen nicht genug, um mal starke Jungs zu werden. Bei gleichem BMI wurden die Kinder je nach Geschlecht als zu dünn oder zu dick eingestuft. Mit steigendem BMI (18 % der Kinder in der Studie waren übergewichtig) stiegen auch die Auseinandersetzungen der Eltern mit ihren Töchtern über das Essen, nicht jedoch mit den Söhnen.
Die Wissenschaftler befürchten, daß hier frühzeitig aufgrund von verinnerlichten gesellschaftlichen Schönheitsidealen die Weichen für Eßstörungen und auch Fehlernährung von Mädchen gelegt werden könnten.
Posted by Ishtar on Friday, December 16. 2005 at 07:49 in Alles nur im Kopf, Aus aller Welt
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